7:00 — der Probat läuft hoch
Der Tag beginnt mit Kaffee — wie sollte es sonst gehen. Die Maschine braucht 40 Minuten Vorheizen, währenddessen wäge ich die Chargen ab: heute acht Kilo Äthiopien Guji, dann zwölf Kilo Brasilianer für die Hausmischung.
Was beim Rösten wirklich passiert
Die Bohnen fallen bei 200 Grad in die Trommel, die Temperatur sackt erstmal ab und kriecht dann hoch. Ich schreibe alle 30 Sekunden Werte auf — Rate of Rise, First Crack, Entwicklungszeit. Klingt trocken, ist aber das einzige, was die nächste Charge identisch schmecken lässt.

Der First Crack ist der Moment
Bei etwa 196 Grad platzen die Bohnen auf — knistert wie Popcorn. Ab da zählt die Entwicklungszeit: 15 % bei Filtern, 20 % bei Espresso. Zehn Sekunden zu spät, und aus dem fruchtigen Guji wird Bananen-Toast.
Nach dem Rösten: warten
Frisch geröstet ist Kaffee zu wild — CO2 muss raus. Filterkaffee ruht vier Tage, Espresso sieben. Wer bei uns kauft, bekommt Tüten mit Röstdatum — das Abo geht genau einen Tag später raus. Und wer den ganzen Tag live erleben will: dienstags ist der Probat mitten im Laden, zuschauen kostet nichts.





